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Berengard

Berengard, Paladin von TormEdit

Berengard wurde in eine Zeit hineingeboren, deren jüngste Vergangenheit viele Veränderungen in die Forgotten Realms gebracht hatte. Seien es nun die lokalen Konflikte der Dale-Bewohner mit den Zhentarim oder aber die chaotische Zeit des Umbruchs, als alle Götter auf Faerun wandelten und so manche Religion durch die Konflikte in eine Glaubenskrise stürzte oder Götter fielen. Zu Berengards Geburt klang der Aufruhr in den Himmeln und Höllen gerade aus. Doch hatten Chaos und Krieg zu lange gewütet, als daß die Menschen und anderen Rassen so einfach wieder zur Normalität hätten zurückkehren können. So war die Welt zur Geburtszeit Berengards zwar nicht mehr vom Krieg und seinen Konfliken gezeichnet, doch in den Menschen waren noch Argwohn, Mißtrauen und eine unbestimmte Angst vor dem, was kommen mochte, verblieben.


Edwyn, Berengards Vater, wurde zu jener Zeit ein erfolgreicher Händler in den Landen der Dales und hatte sich zusammen mit seinem Bruder über die Jahre ein florierendens Unternehmen, bestehend aus einem Handelskontor und einem Fuhrunternehmen, aufgebaut. Kernstück des Fuhrunternehmens war übrigens die Wagnerei von Edwyns Vater Gorn, Berengards Großvater, der sich jedoch vor Jahren bereits zur Ruhe gesetzt hatte und nun seinem Sohn Edwyn im Geschäft nur noch selten zu Hand ging. Doch in seinen kleinen Enkel war er geadezu vernarrt und kümmerte sich um den Jungen, wann immer die Eltern zu sehr mit dem Geschäft beschäftigt waren. So wurde Berengard in eine große und - obgleich auch nicht allzu reiche - so doch glückliche Familie des Mittelstandes hineingeboren. Neben seinem älteren Bruder Varell wurden in den folgenden Jahren noch die mittlere Schwester Marild und schließlich und die Zwillingsmädchen Ira und Dara in Berengards Familie hineingeboren.


Berengard selber war ein ruhiges Kind, welches sich neben dem Herumtollen mit seinen Freunden vor allem dafür begeistern konnte, den spannenden Geschichten des Großvaters am heimischen Kamin zu lauschen. Und je mehr Berengard von den Geschichten des alten Gorn hörte, der in seinen jungen Jahren als Wächter mit den Handelskarawanen in ganz Faerun herumgekommen war, je mehr wuchs in Berengard der Wunsch, die große, weite Welt ebenfalls eines Tages kennenzulernen. Doch zuerst kam für Berengard die Pflicht in der Familie, denn seinem älteren Bruder Varell fiel die Übernahme des Familienunternehmens zu, so daß er bereits in jungen Jahres eingearbeitet wurde. Berengard oblag es damit, eher häusliche Aufgaben zu übernehmen. So war er etwa in Abwesenheit der Mutter für das Haus und die drei Schwestern verantwortlich. Doch Berengard, ausgestattet mit einem großmütigen Charakter, fügte sich gerne, liebte er seine Familie doch sehr.


Doch wie kam es nun, daß ein wohlerzogener Junge aus der Stadt als Abenteurer in die weite Welt auszog? Es war Mißgunst, die die ganze Familie eines Tages ins Unglück stürzte. Ein eher erfolgloser Konkurrent von Edwyn aus dem Nachbarort verbündete sich mit Banditen aus dem nahe gelegenen Wald, um Edwyns Erfolg bei seinen Handelsgeschäften mit Gewalt zu beenden. Und so überfielen die Halsabschneider eines Tages das Handelshaus Edwyns, um ihm seine wertvollsten Güter zu entreißen. Doch Edwyn und sein tapferer Sohn Varell gaben sich nicht so einfach geschlagen und wehrten sich mit aller Kraft. Beide kamen bei dem Überfall ums Leben, die Waren und das Geld wurden gestohlen. Nur Edwyns Bruder Telen überlebte schwer verletzt und erholte sich auch Jahre später nie mehr so ganz von seinen Wunden. Berengard konnte es sich seither nie verzeihen, daß er, obwohl damals erst 12 Jahre alt, seinem Vater und Bruder in der Stunde der Not nicht zur Seite hatte stehen können. Nach kurzer Zeit schon zerbrach Berengards Mutter am Tod ihres geliebten Gatten und ihres Sohnes, wie auch am Verlust von Geschäft und Besitz. Nach wenigen Monaten der Krankheit folgte sie ihren Lieben in den Tod und ließ Berengard alleine mit seinen drei Schwestern zurück. Nun hatte Berengard nur noch seinen Großvater Gorn, der jedoch zu alt war, um der Aufgabe der Erziehung dreier kleiner Mädchen gewachsen zu sein. Und so entschied der alte Mann, daß die drei Schwestern zur Obhut und späteren Ausbildung in ein nahes Kloster der Chauntea gegeben werden sollten. Doch für Berengard kam dieser Orden nicht in Frage, nahm er doch nur Frauen auf.


Gorn entschied, dass Berengard seinem Onkel Telen zur Hand gehen solle, um zumindest den einen Teil des ehemaligen Familiengeschäfts, nämlich das Fuhrunternehmen, zu retten. In den ersten Jahren half Berengard dem Knecht Oscard bei der Aufzucht und Versorgung der Maultiere und Zugpferde. Oscard war ein ehemaliger Kundschafter der Purple Dragons von Cormyr, mit dem Großvater Gorn bei seinen Reisen in Cormyr häufiger zu tun hatte und den er auf diesem Wege schließlich näher kennen und schätzen gelernt hatte. So wurde Oscard bald so etwas wie ein Bruder-Ersatz für Berengard. Oscard lehrte ihn alles, was er über Pferde und das Reiten wissen mußte und nach wenigen Jahren war Berengard selbst recht passabler Reiter und liebte die Stunden, welche er mit den Pferden verbringen durfte. Onkel Telen erholte sich in dieser Zeit so weit es eben ging von seinen Verletzungen und zu Berengards 14. Namenstag warf das Fuhrunternehmen bereits wieder einigen Profit ab. Ein Jahr später verstarb der geliebte Großvater dann jedoch friedlich im Schlaf und hinterließ seinem Sohn und seinem Neffen ein bescheidenes Erbe.


Onkel Telen nutzte das Geld, um das Fuhrunternehmen zu vergrößern und einen eigenen Stellmacher und Schmied einzustellen. Vern, der Schmied, war ein entfernter Verwandter von Oscard und arbeitete bereits in Cormyr als Huf- und Grobschmied in einer kleinen Grenzfestung. Doch nachdem er sich mit dem Festungsverwalter überworfen, verließ er Cormyr, um sein Glück in den Landen der Dales zu suchen. Hier traf er dann Oscard wieder, der ihn schließlich Telen vorstellte. Ein Wort gab das andere und das Fuhrunternehmen hatte einen Schmied. Der für sein Alter bereits recht kräftige Berengard war vom Schmiedehandwerk so begeistert, daß er seinen Onkel überredete, als Gehilfe in der Schmiede arbeiten zu dürfen. Vern war vom Engagement und der Kraft des Jungen so überrascht, daß er ihn nur allzu gerne mit in die Schmiede nahm. So verbrachte Berengard seine Arbeitstage mit Schmieden, doch die Freizeit gehörte seinen geliebten Pferden. So vergingen zwei weitere Jahre, in denen der Junge wuchs und von Tag zu Tag größer und stärker wurde. Der kleine Berengard wuchs zu einem großen und stattlichen Mann heran.


Mit nunmehr 17 Jahren wuchs in Berengard jedoch die Unruhe. Zwar versah er seine Aufgaben weiterhin immer pünktlich und ordentlich, doch Onkel Telen konnte nicht umhin die wachsende Unzufriedenheit in dem jungen Mann zu bemerken. Der Onkel befürchtete, das Berengard in seinem Charakter eher nach dem abenteuerlustigen Großvater und weniger nach Telens pragmatischem Bruder geraten sei - und damit sollte er Recht behalten. Berengard spürte, das er sein Schicksal nicht in dem Fuhrunternehmern finden würde, denn war nicht dazu geboren, seine Tage als Händler, Handwerker oder Krämer zu fristen. Er sehnte sich mit jedem Tag mehr nach der Welt da draußen und nach einem Leben außerhalb von Harrowdale. Doch war Berengard zu pflichtbewußt, als daß er sein Wohl über das der Familie und des Unternehmens stellen würde, und so kam er weiterhin seinem Tagwerk nach und ergab sich nicht der Unruhe in seinem Inneren. Er wurde aber von Tag zu Tag wortkarger und auch verschlossener. Endlich hatte der Onkel ein Einsehen und ihm wurde klar, das Berengard das Unternehmen verlassen mußte, um sein Glück zu finden. Doch wo sollte er hin? Damit er sich nicht, wie sein Vater Gorn damals, irgendwo als Söldner verdingte und bei irgendeiner Fahrt oder in irgendweinem Krieg sein Leben verlor, schlug er Berengard vor, sein Glück im Glauben und im Dienste der Götter zu suchen. Telen erinnerte sich an einen Freund seines Vaters Gorn aus gemeinsamen Kriegstagen, der inzwischen Prior des Torm-Tempels war. Mit diesem setzte er sich in Verbindung, um Rat einzuholen, ob Berengard wohl als Streiter Torms in Frage käme. Prior Arden besuchte die Familie einige Wochen später, um Berengard kennen zu lernen. Er war gleichermaßen angetan von der Ernshaftigkeit und dem Pflichtbewußtsein des jungen Mannes, ebenso wie von seiner Kraft und seinem Können im Umgang mit dem Schmiedehammer und den Pferden. Er willigte also gerne ein, Berengard mit ins Kloster zu nehmen, um ein genaueres Bild vom Charakter des des jungen Mannes zu bekommen und ihn mit den Lehren Torms vertraut zu machen.


Berengard folgte ihm nur allzu gerne, hatte er doch seit dem Tage, als Vater und Bruder gewaltsam zu Tode kamen, davon geträumt, stark und tapfer zu sein, so daß er seine Familie hätte beschützen können. Beseelt von dem Gedanken, dereinst ein aufrechter Streiter für die Hilflosen und Schwachen zu sein, übte er sich Tag für Tag in Kraft, Ausdauer und dem Waffenhandwerk, bis der Prior ihn zu einem Novizen des Torm-Tempels machte. Neben dem Umgang mit Waffen und Rüstungen trainierte Berengard nun auf den Kampf zu Pferd und unterstützte den Pferdetrainer, Bruder Rainard, bei seiner Arbeit. Auch dem Schmied, Bruder Abelad, ging er in der Schmiede zur Hand und erlangte dort weiteres Können im Waffen- und Rüstungsschmieden. Berengard ging auf in den Prinzipien und Lehren Torms, wurde ein aufrechter Streiter und tapferer Kamerad für seine Mitbrüder. Doch vergaß Berengard darüber selbstverständlich nie seine Familie. Er besuchte den Onkel noch immer regelmäßig und stand bis vor Kurzem noch in regem Kontakt zu seinen drei Schwestern, nun allesamt Novizinnen des Klosters von Chauntea. Doch grundsätzlich wurden die Wege Berengards nun von Torm bestimmt …