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Das Ritual …


Nachdem Berengard, Emma, Tars und Myrisa von ihrer Expedition ins Reich der Krähengottheit zurückgekehrt waren, stießen Durik und Turilda wieder zu ihnen. Die mitgebrachten Waffen und Rüstungen wurden zunächst so in der Gruppe verteilt, dass wir zukünftige Aufgaben möglichst gut erfüllen konnten. Anschließend berieten wir uns, wie wir einerseits Berengard möglichst schnell in den nächsten Tempel Torms bringen könnten, um seine von der bösen Gottheit berührte Seele zu heilen und andererseits möglichst einfach in die nächste größere Stadt zu gelangen, um dringend notweingige Ein- und Verkäufe zu tätigen. Der Plan sah vor, dass Trasric, der Gnom, Berengard über die ätherische Ebende zum Tempel bringen sollte, während Myrisa uns an der Grenze zur Schattenebene nach Harrowdale geleitete. Der Plan ging auf, wir verliefen und nur einmal etwas im Reich der Schatten und eines der Reitpferde wurde von fledermausartigen Kreaturen gefressen. Doch abgesehen davon kamen wir nach zwei Reisetagen – während in unserer Welt einige Wochen vergangen waren – unbeschadet im verscheiten Harrowdale an. Der Winter hielt das Land fest in seinem eisigen Griff und wir quartierten uns im Gasthaus "Drei schwarze Katzen" ein, wo wir auf Berengard warteten. Dieser traf nach nicht allzu langer Zeit geläutert und geheilt bei uns ein.


Wir verkauften den Rest des Krähenschatzes und deckten uns mit dem Nötigsten ein. Anschließend wollten wir den Magier Lancoran aufsuchen, um einige magische Gegenstände identifizieren zu lassen. Dieser hatte jedoch gerade keine Zeit für uns, da er noch zu den Weisen der Insel wollte und bat uns, am nächsten Morgen wiederzukommen. Es kam, wie es kommen musste, am nächsten Morgen fanden wir den Magier tot in seinem Haus vor. Bei ihm fanden wir ein Pergament mit uns nicht bekannten Worten (lediglich mit "Wintersonnenwende" konnten wir etwas anfangen) und ein Amulett aus einem milchigen Stein in Form einer Träne. Der örtliche Stadthexer Morcazee war wenig begeistert, dass schon wieder eine Leiche in unserem Dunstkreis aufgetaucht war. Er begann sofort mit den Ermittlungen. Unsere eigenen Nachforschungen ergaben, dass Lancoran gestern nicht auf der Insel der Weisen aufgetaucht war. Einige Tage zuvor war er jedoch bei der Sterndeuterin und informierte sich über die als anstehenden astronomischen Ereignisse. Das waren die Begriffe auf dem Perament. Eines der Ereignisse war schon vorbei, das nächste sollte in 4 Tagen stattfinden. Zwei weitere Ereignisse schlossen sich in einigen Wochen an.


Gegen Abend wurden wir gerufen, da ein Ritual zur Anrufung von Lancorans Geist im Totenreich durchgeführt werden sollte. Dazu sollte die Person, die zuletzt mit dem Magier gesprochen hatte, ihn rufen. Emma erklärte sich bereit, an dem Ritual teilzunehmen. Zusammen mit einer Seelenleserin, die sie auf ihrer Reise führen würde, betrat sie den magischen Kreis. Während des Rituals ging jedoch etwas gewaltig schief. Das Tor inneralb des magischen Kreises brach zusammen und während der leblose Körper der Seelenleserin herausgeschleudert wurde, blieb Emma im Totenreich zurück. Damit war sie für uns verloren. Gelähmt vor Trauer wussten wir anderen nicht, was wir tun sollten. Voller Verzweiflung schworen wir, Emma aus dem Totenreich zurückzuholen, kannten aber keinen Weg dort hin. Einige Stunden später wurde Emma jedoch vom Totenreich wieder ausgespuckt und in die kalte Nacht geworfen. Sie berichtete, was sie erlebt hatte: Auf ihr Rufen hin war der Geist Lancorans nicht erschienen, dafür jedoch eine greifenartige Gestalt mit eisgrauen Augen. Die Gestalt war offensichtlich wütend "bis ins Totenreich verfolgt" zu werden und rief: "Eleftaars Frevel wird sich nicht wiederholen!" Dann schoß sie von ihrem Bogen auf die Emma begleitende Seelenleserin einen gleißenden Blitz ab, der sie augenblicklich tötete.


Der nächste Morgen brachte eine weitere interessante und erschreckende Erkenntnis: Der Stadthexer untersuchte Lancorans Leiche. Nachdem er sie von Magie befreit hatte, verwandelte diese sich in einen schuppigen Fischmenschen. Außerdem führte er mit uns ein Bindungsritual durch, so dass wir die Stadt nicht mehr verlassen konnten. Nur Durik entging diesem Ritual, da er nicht zugegen war.


Am Morgen hatte der Stadthexer Morcazee die Leiche Lancorans als Fischmensch enttarnt. Kurz darauf ging es zum nächsten Ermittlungsschritt. Norgannon, ein Weiser der Insel, sollte einen Suchzauber sprechen, um den richtigen Lancoran oder dessen Leiche ausfindig zu machen. Die Magier erwarteten uns zusammen mit 8 schwer bewaffneten Stadtwachen vor Lancorans Haus. Norgannon besprach eine Goldkugel, welche daraufhin begann, durch die Straßen Harrowdales zu rollen und eine lustige Schar hinter sich herzuziehen. Die Kugel führte uns zum Hafen, rollte auf die zugefrorene Bucht hinaus und blieb schließlich auf dem Eis auf halbem Weg zur Insel der Weisen liegen. Die Stadtwache hackte ein Loch ins Eis und unser Paladin wurde auserkoren, zum Grund zu tauchen. Dort fand er blasen- oder eiartige Gebilde, in denen gut ein Mensch Platz hätte. Er band das erste dieser Gebilde an ein Seil und wir holten es herauf. Während er wieder abtauchte, wurde die Blase geöffnet. Zum Vorschein kam ein Halbling, der den Eindruck erweckte, er würde schlafen. Wir baten Berengard, so viele Eier wie möglich hochzuholen, doch als wir drei Eier geborgen hatten, kam eine sehr große Seebestie auf uns zu und begann, in der Bucht zu wüten. Wir retteten uns ans Ufer und öffneten die anderen zwei Eier. Darin fanden wir den Bettler Haleff, dessen Leiche neben Emma lag, als diese aus dem Totenreich zurückgekehrt war und eine Frau, die als Gewürzhändlerin Nisheena erkannt wurde. Da wir Lancoran immer noch nicht gefunden hatten, entwickelten wir einen Plan, wie wir trotz hereinbrechender Dunkelheit, wütendem Seeungeheuer und heraufziehendem Sturm das vermeintlich letzte Ei bergen konnten. Nachdem diverse Köder-Varianten, das Herbeischaffen einer Ballista sowie der Einsatz eines Furcht-Zaubers verworfen wurden, schafften wir es schließlich mit Hilfe von Schattenbrücken, ein weiteres Ei zu bergen. Darin fanden wir eine ältere Frau, die zunächst niemand kannte.


Noch in der Nacht begaben wir uns zum Haus der Gewürzhändlerin. Nach einigen Versuchen schafften wir es in das Haus einzudringen und fanden es leer und sehr aufgeräumt vor. Während die drei männlichen Gruppenmitglieder im Haus die Stellung hielten, kehrten die drei Frauen zum Gasthaus zurück, um etwas zu schlafen. Auf dem Weg dorthin glaubten sie nicht nur, einen Beholder um die Ecke schweben, sondern auch eine Frau in Nachtgewändern die verschneiten Straßen entlang laufen zu sehen. Am nächsten Morgen wurde eine weitere Leiche gefunden. Es war die Frau, die wir am Tag zuvor in der Blase gefunden hatten. Die Stadtwache kannte die als Geesa, die Frau des Fischers Drondt. Die weitere Untersuchung ergab, daß auch ihre Leiche die eines Fischmenschen war. In ihrem Haus hatte es in der Nacht gebrannt und Drondt selber konnte zwar aus den Flammen gerettet werden, befand sich aber im Delirium.


Tars observierte das Haus der Gewürzhändlerin und sah diese – beziehungsweise einen Fischmenschen in ihrer Gestalt – kurz das Haus betreten und gleich wieder eilig verlassen. Er folgte ihr in Richtung Hafen zum Gasthaus "Zum trunkenen Karpfen", wo sie sich mit einem dicken Halbling in bunten Klamotten traf – derselbe Halbling, dessen Körper wir auch schon aus der Bucht gefischt hatten, also wohl auch einer jener Fischmenschen. Gemeinsam gingen sie in ihr Haus zurück und schlossen sich dort ein.


Bei Untersuchungen der bisher gefundenen Leichen fiel roter Schlick an deren Füßen auf. Diesen Schlick gab es außer im Hafenbecken eigentlich nur in den Ruinen des alten Harrowdale, das vor über 400 Jahren von einer gewaltigen Flutwelle vernichtet worden war. Ein erster Erkundungsgang von Berengard, Emma und Myrisa dorthin brachte jedoch keine weitern Erkenntnisse.


Unterdessen befragten Durik und Turilda die Fischer im Hafen nach dem Fischmenschen. Sie hörten viele Legenden und wurden für weitere Informationen an den nahegelegenen Tempel des Faramwhyr verwiesen. Bei nächster Gelegenheit schauten sie dort vorbei und erfuhren von einem alten Priester, dass die Fischmenschen Tumher'Eri genannt werden, in Städten im Meer lebten und sich eigentlich nie an Land blicken lassen würden. Außerdem erfuhren sie viel über den Gott Faramwhyr, welcher auf dem Grund des Meeres in tiefem Schlaf liegen soll und die Gläubigen, welche veruchen, seinen Schlaf zu beruhigen und seine Träume zu besänftigen.


Durik untersuchte außerdem das Zimmer des dicken Halblings im "Karpfen", welches er dort seit einigen Wochen gemietet hatte. Er fand in dem penibel aufgeräumten Zimmer einen milchigen Quarz und einen Dolch sowie einen Stein, in den der Name des Gottes Faramwhyr in der Sprache der Fischmenschen eingraviert war.

Gemeinsam mit dem Priester Faramwhyrs versuchten wir, die beiden Fischmenschen aus dem Haus der Gewürzhändlerin zu locken. Diese hatten einen Schutzzauber um das Haus errichtet und ließen nichts von sich sehen oder hören.


Langsam klärte sich das Bild der Geschehnisse vor unserem gemeinschaftlichen inneren Auge: Der Frevel Eleftaars war der Versuch, Faramwhyr zu erwecken. Dies geschah vor über 400 Jahren und als Folge davon wurde das alte Harrowdale von einer Flutwelle vernichtet. Nun wurde erneut versucht, den Gott zu erwecken. Sind es die Fischmenschen in Menschengestalt oder wollen diese den erneuten Frevel verhindern? Wer bringt die Fischmenschen um? Weiß er von ihrem Vorhaben und will sie aufhalten? Mit unseren Vermutungen konfrontiert rückt der Priester Faramwhyr mit einigen Informationen heraus: Eleftaar war tatsächlich ein Priester seines Ordens gewesen und für das Ritual benötigte man die fünf Tränensteine sowie ein magisches Horn, welches der ruhelose Geist Eleftaars zur Strafe noch immer bei sich tragen soll. Außerdem wird das Ritual von bestimmten Sternenkonstellationen begünstigt. Die Zeit drängte also, denn das nächste der auf dem Pergament vermerkten astronmischen Ereignisse fand bereits am kommenden Tag statt. Nach weiterer Überzeugungsarbeit gewährte der Priester alleinig Berengard Einblick in die gut geschützte Niederschrift des Rituals.


Berengard riet uns, da er das Ritual nun kannte, erst am nächsten Tag zu den Ruinen des alten Harrowdale aufzubrechen und stattdessen in der Nacht weiter das Haus der Gewürzhändlerin zu beobachten. Während der zweiten Nachtwache beobachteten wir eine schlafwandelnde alte Frau, die nur mit einem Nachtgewand bekleidet durch Eis, Schnee und Sturm auf das Haus zulief. Als Emma versuchte, sie festzuhalten, wurde sie von ihr mit einem Zauber gelähmt. Kurz darauf stieß ein gewaltiges, greifenartiges Wesen aus zusammegeballter Dunkelheit in mit eisgrauen Augen auf das Haus herab, wurde aber von dem Schutzzauber aufgehalten und verging in einem Sturm aus gleißenden und zuckenden Blitzen. Die Frau brach während dessen zusammen, lebte aber wohl noch. Der Schutzzauber schien dadurch zusammengebrochen zu sein, denn wir konnten anschließend in das Haus eindringen. Das hintere Fenster stand offen, die beiden Fischmenschen waren geflohen …